HINWEISE ZUM UMGANG MIT „BIOLOGISCHEN BESIEDLUNGEN“ (MOOSEN UND ALGEN) - Kundeninformation 03/10


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschäftsfreunde,


biologische Besiedlungen im Innenbereich treten meist in Form von Schimmel auf. In Außenbereichen jedoch hat man mit vielen verschiedenen Bewuchsarten zu kämpfen. Um diesen vorzubeugen, haben wir Ihnen interessante Daten rund um das „unerwünschte Grün“ zusammengestellt. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, geben wir Ihnen hiermit einen Überblick. Zu jeder einzelnen Bewuchsart gibt es darüber hinaus eine Menge an Fachliteratur, die Sie für detailliertere Informationen heranziehen können.

Im Folgenden erfahren Sie Wissenswertes über:

Moose
Algen
Flechten

Falls Sie detailliertere Informationen wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sprechen Sie mit unserem Verkaufspersonal.

 

Was sind Moose?

Es gibt rund 16.000 verschiedene Moosarten auf unserer Erde, die sich allesamt durch ihre starke Widerstandsfähigkeit auszeichnen. Am besten gedeihen bei uns heimische Moose bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C, jedoch sind sie auch bei deutlich geringeren Temperaturen überlebensfähig. So können trockene Moose sogar das Einfrieren mit Stickstoff (-196°C) überleben. Der einzig wahre natürliche Feind von Moosen ist große Hitze. Bei länger anhaltenden Temperaturen über 30 °C und fehlendem Wasser sterben sie oberflächlich ab.

Was brauchen Moose für ein gutes Wachstum?

Moose nehmen Nährstoffe meist über den Niederschlag und vereinzelt über den Boden auf. Über den Niederschlag nehmen sie nicht nur Flüssigkeit, sondern auch ihre Nahrung in Form von enthaltenen Staubanteilen auf. Während eine Vermoosung bei Rasenflächen ein Indikator für sauren Boden ist, gibt es auch Moosarten, die stickstoffreiche Standorte bevorzugen oder sogar nährstofffreie Untergründe, wie Granit. Die geringere Belastung der Luft durch Schwefeldioxid (saurer Regen) begünstigt das Wachstum zusätzlich, weshalb wir in den vergangenen Jahrzehnten von immer stärkerem Moosbewuchs betroffen sind.

Kann man Moosbefall auf einer Terrasse verhindern?

Solange eine Terrasse sich im Freien befindet, ist es fast unmöglich, sie vor Moosbefall zu schützen. Generell gilt: Je trockener die Bedingungen, desto kleiner ist das Moosrisiko. Trockene Südseiten sind somit meist weniger befallen als nasse Nordseiten. Auch teilüberdachte Bereiche sind nicht geschützt, da sich Moose hier von der Kondensfeuchte ernähren.

Wie kann man Moose entfernen?

In unseren Breitengraden sind Moose kaum dauerhaft zu entfernen. Mit einem Flammenwerfer kann man sie zwar oberflächlich schnell und effektiv wegbrennen, unterirdische Strukturen bleiben für die Flamme jedoch unerreichbar und wachsen später umso besser nach. Ähnlich wie Flammenwerfen funktionieren Kaltwasser-Hochdruckreiniger. Auch sie hinterlassen nur oberflächlich saubere Flächen und bedingen zusätzlich oft eine Erneuerung der Fugen. Eine bessere und vor allem länger anhaltende Moos-Entfernung geschieht durch dieselgetriebene Heißwasser-Hochdruckreiniger (100° C). Auch hier muss nach der Behandlung neu gefugt werden. Die effektivste, nicht-chemische Methode zur Moosentfernung ist das Auskratzen. Dies ist jedoch sehr mühsam. Die Verwendung von chemischen Mitteln (Unkrautvernichter) ist i.d.R. durch das Pflanzenschutzgesetz verboten. Auskunft über die gesetzlichen Bestimmungen erteilt die zuständige Umweltbehörde der Städte und Gemeinden.

Was sind Algen?

Der Begriff „Algen“ ist ein Sammelbegriff für pflanzenartige Wesen, die meist im Wasser, aber auch in feuchten Gebieten vorkommen. Die verschiedenen Algenarten unterscheiden sich in ihrem Auftreten sehr. Allesamt weisen jedoch meist eine schmierige Oberfläche auf und sind deshalb häufig Grund für Rutschunfälle auf sonnenabgewandten Terrassen und Gehwegen.

Was brauchen Algen für ein gutes Wachstum?

Wasser bzw. Feuchtigkeit und indirektes Sonnenlicht fördern das Algenwachstum. Ihre notwendigen Nährstoffe erhalten Algen durch das Chlorophyll und durch Gase aus der Luft. Außerdem lagern sich gern auf schwefel- und phosphorhaltigen Medien ab.

Kann man den Algenbewuchs verhindern?

Der Algenbewuchs lässt sich zwar nicht ganz verhindern, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass hochdichte Materialien, wie Alta-Quarzit weniger anfällig sind als poröse Gesteine, wie die im Moment beliebten gelben Granite oder Sandsteine. Auch die Rauheit der Oberfläche spielt eine Rolle: Je rauer, desto mehr Wasser speichert der Stein. Auf einer sonnigen Südseite sind Algen selten anzutreffen.

Wie entfernt man Algen?

Am einfachsten entfernt man Algen mit einem Hochdruckreiniger. Da sie keine Wurzeln haben, geschieht dies relativ leicht. Mit viel Glück ist man bis zu einem halben Jahr vor neuen Algen sicher. Pelargonsäure ist nach unseren Informationen zur chemischen Algenentfernung auf Gehwegen in Deutschland und der Schweiz zugelassen, nicht aber in Österreich. Auskunft über die gesetzlichen Bestimmungen erteilt die zuständige Umweltbehörde der Städte und Gemeinden.

Was sind Flechten?

Als Flechten bezeichnet man symbiotische Lebensgemeinschaften, die aus einer Pilzart und verschiedenen Photosynthese betreibenden Partnern (Photobionten) bestehen. Flechten besiedeln unterschiedlichste Standorte. Man findet sie nicht nur in der Wüste oder auf nacktem Fels in 5000 m Höhe, sondern sogar in Permafrostgebieten ist das „unschlagbare Symbiose-Team“ zu finden. Viele Flechtenarten sind substratspezifisch. Das heißt, manche gedeihen nur auf basischem Gestein wie Kalkstein oder Dolomit, andere wiederum nur auf kalkfreiem Gestein, wie Granit. Flechten zählen zu den langlebigsten Lebewesen der Erde, denn sie können bis zu 4500 Jahre alt werden und sind zudem gute Bioindikatoren. Je geringer die Luftbelastung durch sauren Regen ist, desto besser gedeihen sie.

Wie entfernt man Flechten?

Egal, welche Methode man zur Beseitigung von Flechten wählt, sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder kommen. Zur vorübergehenden Entfernung sollte man am besten einen Hochdruckreiniger verwenden. Außerdem beugen folgende Maßnahmen dem Bewuchsrisiko vor:

- Regelmäßige Reinigung (abwaschen mit Schrubber und Wasser oder mit einem Hochdruckreiniger)
- Ausreichendes Gefälle von Terrassen und Balkonen
- Zurückschneiden von sonnenabdeckenden Büschen und Bäumen
- Regelmäßiges Durchspülen von Stelzlagersystemen

Fazit

Oberflächen von Natur- und Kunststeinen in Außenbereichen sind Umwelteinflüssen durch Regen, Sonnenstrahlung, Niederschlag, Staub und Schmutz unter verschiedensten Temperaturbedingungen ausgesetzt. Für fast alle Untergründe und Rahmenbedingungen findet sich ein ungebetener Mitbewohner. Selbst ausgesprochenen Spezialisten ist es nicht möglich, die Art und Menge des Bewuchses vorherzusehen. Generell gilt jedoch: Eine trockene, saubere Fläche, die stets unter Sonnenbestrahlung steht – wie in der Sahara oder der Wüste Gobi – ist dem Risiko vor Moosen, Algen und Flechten weniger ausgesetzt.